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Fair kaufen im Weltladen WL-Logo

In deiner Nähe gibt es bestimmt einen Weltladen, denn in ganz Deutschland sind immerhin etwa 2500 von ihnen verteilt. Die Weltläden sind in erster Linie dazu da, auf das Thema Fairer Handel aufmerksam zu machen und zu informieren. Diese Informationsarbeit wird durch die verkauften Produkte unterstützt. Weltläden wollen zeigen, dass Ausbeutung in Entwicklungsländern kein notwendiges Übel ist, wenn man nun mal gerne Schokolade oder Bananen isst!

In Weltläden gibt es ausschließlich fair gehandelte Produkte. Teilweise gibt es inzwischen ja auch in Supermärkten Transfair-Produkte, was schon nicht schlecht ist. Allerdings beschränkt sich das faire Angebot oft auf Kaffee und vielleicht noch ein oder zwei andere Produkte, und von der Beschriftung der Packungen mal abgesehen gibts keine weiteren Infos, warum man denn fair kaufen sollte. Außerdem unterstützt man trotzdem die großen Handelsketten (die z.B. zufällig auch gerade genetisch veränderte Lebensmittel in ihr Sortiment aufnehmen wollen...).

Ein besonders leckeres Produkt soll jetzt mal verdeutlichen, was für einen Unterschied der Faire Handel macht:

Faire Schokolade

Schoki1 Kakao, die wichtigste Zutat für Schokolade, war einmal ein Luxusgut: Im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt, wurde er hier schnell Lieblingsgetränk und Lieblingsnascherei der Reichen. Und noch bis weit ins 20. Jahrhundert war Schokolade etwas, das die meisten Kinder nur zu besonderen Anlässen genießen konnten.

Heute kann sich praktisch jedeR Schokolade leisten- zumindest in den Industrieländern, wo über 90% der weltweit konsumierten Schokolade „vernascht“ werden. JedeR Deutsche isst im Schnitt 8,8 kg Schokolade im Jahr- das entspricht 88 Tafeln!

Nicht bewusst ist uns dabei, wie viel Arbeit in so einer Tafel Schokolade steckt. Es ist nämlich so, dass die Ernte der Kakaofrucht auch heute noch nur per Hand geschehen kann. Mehr als die Hälfte der Kakao-Weltproduktion stammt heute aus Westafrika, in Lateinamerika, dem Ursprungsland der Kakaopflanze, wird weniger Kakao angebaut. Hauptlieferländer für fair gehandelten Kakao sind Ghana, Ecuador und die Dominikanische Republik, konventioneller Kakao stammt vor allem aus dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste.

 

Der Kakaomarkt gehört zu instabilsten Märkten der Welt, seit Ende der 70er Jahre sanken die Preise beständig. 2000 war dann der (bisher) tiefste Stand der Kakaopreise erreicht: Für 1t konventionellen Kakao bekamen die Produzenten nur 800 US-$. Da diese Menge nicht einmal die Anbaukosten, geschweige denn den Lebensunterhalt der Bauern deckt, zahlte TransFair einen enormen Aufschlag, wodurch der Preis auf 1750 US-Dollar für 1t Kakao stieg. Die Höhe des fairen Preises über dem Weltmarkt-Preis ist übrigens abhängig von dessen aktueller Höhe. Ein Mindestpreis von 1750 US-Dollar pro Tonne wird garantiert, liegt der Weltmarktpreis jedoch darüber, gibt es trotzdem einen Zuschlag von z.Z. 150 Dollar/t.

Um das mit der Verteilung- wer wie viel bekommt- noch einmal zu verdeutlichen, kann man sich einfach einmal eine Tafel Schokolade mit 24 Stücken vorstellen, die als Währung eingesetzt wird.

Von einer konventionellen 24-Stück-Tafel Schokolade bekommt der Produzent gerade einmal 2 Stücke- wenn er Glück hat. In Westafrika wird dieser Anteil noch dadurch verringert, dass es dort ein besonderes Pachtsystem gibt, was selbst diese geringe Menge noch weiter unterteilt. Der Rest geht zum einen für Verpackung, Transport, Gewinne von Groß-, Zwischen- und Einzelhandel drauf. Ein etwa 8 Stücken entsprechender Anteil geht jedoch noch an die Schokofirmen, die uns mit ihrem Namen ein bestimmtes Schokoladen-Image schaffen, je nachdem, ob uns gerade eher nach sportlich oder zart zumute ist.

Gepa-Schoki Bei einer fairen Schokolade gibt es keine Firma, die sich daran bereichert, Geld geht dabei vor allem an die Handelsorganisationen, und auch die Weltläden werden unterstützt. Das wichtigste ist aber, dass die Produzenten einen deutlich größeren Anteil erhalten:

 

Etwa 7 Stücke einer fairen Tafel Schokolade kommen den Kakaobauern direkt zugute.

Und das ist auch nur gerecht so: Denn die Kleinbauern erledigen schließlich die härteste Arbeit. Durch den Fairen Handel bekommen sie aber nicht nur kurzfristig einen gerechten Preis dafür, sondern das Geld ermöglicht ihnen auch positive Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Für uns ist es einfach, zu diesen Entwicklungen beizutragen: Wir müssen nicht verzichten, sondern einfach bewusster genießen. Denn faire Produkte sind zugegebenermaßen etwas teurer- allerdings kostet etwa eine Tasse fairer Kaffee gerade mal 2 Cent mehr als eine Tasse konventioneller "Ausbeuter-"Kaffee! Deshalb: "Geiz ist nicht geil" - wenn überhaupt was geil ist, dann ist es Gerechtigkeit. Und das die tatsächlich auch gut schmeckt, davon könnt ihr euch im Weltladen überzeugen.

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