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McDonald's und Fleisch

Der jährliche Fleischverbrauch von McDonald's Deutschland liegt bei etwa 30 000 Tonnen. Die verarbeiteten Rinder sind größtenteils ausgediente Milchkühe aus Deutschland, teilweise kommen sie auch aus anderen Ländern der EU. Um eine Tonne Rindfleisch zu erzeugen, muss das Zehnfache an pflanzlichen, möglichst eiweißhaltigen Futtermitteln aufgewendet werden. Für McDonald's Deutschland sind das also 300.000 Tonnen! Weil eine solche Menge hochwertiger Futterpflanzen aber nicht hier erzeugt werden kann, werden Futtermittel- z.B. Soja- aus anderen Teilen der Welt importiert.

Ein Land, aus dem das Soja für unsere Rinder- und letzten Endes Burger- stammt, ist Brasilien. Brasilien gehört zu den Ländern mit den größten Unterschieden zwischen Arm und Reich. Das liegt unter anderem an der schon in der Kolonialzeit entstandenen "Landkonzentration": Das bedeutet, dass einige wenige Personen den Großteil des Landes besitzen. Entsprechend viele Bauern besitzen also nur eine sehr kleine Fläche, um Ackerbau zu betreiben- oder auch gar keine.

Diese gesellschaftlichen Gegebenheiten hängen eng mit dem Sojaanbau und dessen ökologischen Auswirkungen auf das Land zusammen. Brasilien ist der größte Exporteur von Sojaschrot, das als Viehfutter verwendet wird. Der Sojaanbau in großen Monokulturen wird staatlich gefördert- wovon aus den oben genannten Gründen fast ausschließlich die Großgrundbesitzer profitieren. Diese streben natürlich auch eine weitere Ausdehnung des Exports an, um noch mehr Geld zu verdienen. Je mehr aber für den Export- statt für den Eigenbedarf des Landes- produziert wird, desto größer ist auch die Abhängigkeit vom Weltmarkt. Aber was ist eigentlich der Nachteil daran? Und was hat Gentechnik damit zu tun?

Um immer mehr Anbaufläche für die Sojabohnen zur Verfügung zu haben, wurde z.T. Regenwald gerodet, vor allem aber zuvor durch Kleinbauern bewirtschaftete Flächen aufgekauft. Diese hatten vorher Subsistenzwirtschaft betrieben, d.h. Pflanzen für ihre Selbstversorgung angebaut. Entsprechend vielfältig war auch die Nutzung.
Die Monokulturen haben diesen Kleinflächen gegenüber einige Nachteile: Weil sie einen Teil des Jahres brach liegen, sind sie erosionsgefährdet. Auch ist der Einsatz von synthetischen Düngemitteln, Pestiziden, Bioziden bei ihnen die Regel, während er bei den Kleinbauern kaum verbreitet ist. Das liegt zum einen an deren traditioneller Art der Bewirtschaftung, in der höhere Erträge durch intensivere Bearbeitung und die Wahl heimischer, angepasster Sorten erreicht werden. Zudem können sich die am Rande des Existenzminimums wirtschaftenden Bauern diese Produkte gar nicht leisten. Um trotzdem genug für ihren Eigenbedarf produzieren zu können, können sie deshalb dazu gezwungen sein, Flächen auszubeuten, die eigentlich nicht für eine ackerbauliche Nutzung geeignet sind- wie z.B. Regenwald. Also: Es ist gar nicht nötig, dass "unsere" Rinder in Brasilien grasen; selbst der Anbau ihres Futters trägt immer noch zur Zerstörung des Regenwalds bei- und zur Verstärkung der Ungleichverteilung zwischen Kleinbauern und Großgrundbesitzern.

Die Situation in Brasilien ist ein Beispiel, in Argentinien sieht es nicht viel besser aus. Sojaanbau in Argentinien.

1% der Bevölkerung Brasiliens besitzt mehr als die Hälfte der gesamten Landfläche. Um gegen diese Ungerechtigkeit anzugehen, hat sich zu Beginn der 80er Jahre die Landlosenbewegung gebildet, die MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra).