Ein
Land, aus dem das Soja für unsere Rinder- und letzten
Endes Burger- stammt, ist Brasilien. Brasilien gehört
zu den Ländern mit den größten Unterschieden
zwischen Arm und Reich. Das liegt unter anderem an der schon
in der Kolonialzeit entstandenen "Landkonzentration":
Das bedeutet, dass einige wenige Personen den Großteil
des Landes besitzen. Entsprechend viele Bauern besitzen also
nur eine sehr kleine Fläche, um Ackerbau zu betreiben-
oder auch gar keine.
Diese gesellschaftlichen Gegebenheiten hängen
eng mit dem Sojaanbau und dessen ökologischen Auswirkungen
auf das Land zusammen. Brasilien ist der größte
Exporteur von Sojaschrot, das als Viehfutter verwendet wird.
Der Sojaanbau in großen Monokulturen wird staatlich
gefördert- wovon aus den oben genannten Gründen
fast ausschließlich die Großgrundbesitzer profitieren.
Diese streben natürlich auch eine weitere Ausdehnung
des Exports an, um noch mehr Geld zu verdienen. Je mehr aber
für den Export- statt für den Eigenbedarf des Landes-
produziert wird, desto größer ist auch die Abhängigkeit
vom Weltmarkt. Aber
was ist eigentlich der Nachteil daran? Und was hat Gentechnik
damit zu tun?
Um immer mehr Anbaufläche für die
Sojabohnen zur Verfügung zu haben, wurde z.T. Regenwald
gerodet, vor allem aber zuvor durch Kleinbauern bewirtschaftete
Flächen aufgekauft. Diese hatten vorher Subsistenzwirtschaft
betrieben, d.h. Pflanzen für ihre Selbstversorgung angebaut.
Entsprechend vielfältig war auch die Nutzung.
Die Monokulturen haben diesen Kleinflächen gegenüber
einige Nachteile: Weil sie einen Teil des Jahres brach liegen,
sind sie erosionsgefährdet. Auch ist der Einsatz von
synthetischen Düngemitteln, Pestiziden, Bioziden bei
ihnen die Regel, während er bei den Kleinbauern kaum
verbreitet ist. Das liegt zum einen an deren traditioneller
Art der Bewirtschaftung, in der höhere Erträge durch
intensivere Bearbeitung und die Wahl heimischer, angepasster
Sorten erreicht werden. Zudem können sich die am Rande
des Existenzminimums wirtschaftenden Bauern diese Produkte
gar nicht leisten. Um trotzdem genug für ihren Eigenbedarf
produzieren zu können, können sie deshalb dazu gezwungen
sein, Flächen auszubeuten, die eigentlich nicht für
eine ackerbauliche Nutzung geeignet sind- wie z.B. Regenwald.
Also: Es ist gar nicht nötig, dass "unsere"
Rinder in Brasilien grasen; selbst der Anbau ihres Futters
trägt immer noch zur Zerstörung des Regenwalds bei-
und zur Verstärkung der Ungleichverteilung zwischen Kleinbauern
und Großgrundbesitzern.
Die Situation in Brasilien ist ein Beispiel,
in Argentinien sieht es nicht viel besser aus. Sojaanbau
in Argentinien. |