Weltreise einer Jeans
Jeans und Globalisierung? Vielleicht fällt dir
dabei deine Lieblingsjeans ein, die schon mit dir in Spanien, Schweden,
und sogar in den USA war. Doch sie ist ohne dich sicher schon weiter
in der Welt herumgekommen als gemeinsam mit dir, und diese Weltreise
kannst du hier verfolgen.
Den Anfang genommen hat deine Jeans möglicherweise
in Indien, wo die Baumwolle für
sie angebaut wurde. Die Saat stammt inzwischen oft von Saatherstellern
wie Monsanto oder auch Bayer, die hier in Deutschland
ihren Hauptfirmensitz haben. Die Saatgutproduktion findet trotzdem
in Indien statt, denn hier hätte man sicherlich Schwierigkeiten,
die 450 000 Kinder zusammenzubekommen,
die nach den Schätzungen einer aktuellen Studie dort arbeiten.
Und nicht nur das Saatgut, auch Pestizide und Düngemittel stammen
von Bayer. Dass beide Chemikalien nicht so optimal für die
Gesundheit der ArbeiterInnen sind, ist euch inzwischen ja bekannt
(s.auch Tchibo).
Doch diese einfach nicht mehr zu benutzen, ist (noch) schwieriger
als es zunächst scheint: Es ist z.B. keine Ausnahme, dass indischen
Baumwollbauern nur dann ein Kredit genehmigt wird, wenn sie die
Hälfte des Geldes in chemischen "Pflanzenschutz",
wie es so schön heißt, investieren. Dabei könnte
das der Bank eigentlich egal sein- wenn sie nicht unter dem Einfluss
eben dieser Firmen wie Bayer stände.
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Doch die Reise geht weiter: Die geerntete (und
hochgradig mit Schadstoffen belastete) Baumwolle wird nach China
versandt, wo sie mit einer Schweizer
Ringspinnmaschine versponnen wird. Anschließend wird sie
in Taiwan mit chemischer Indigofarbe aus Deutschland
gefärbt. |
Jetzt kommt die Jeans- bzw. das Material, was einmal
zu einer Jeans wird, erstmals nach Europa. In Polen
wird der Stoff auf einer deutschen Maschine gewebt. Keine so angenehme
Tätigkeit, leiden doch viele der ArbeiterInnen an "Weberhusten",
der durch eingeatmete Baumwollfasern hervorgerufen wird.
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Der Stoff verlässt Europa wieder, um auf
den Phillipinen zusammengenäht
zu werden. Dorthin werden auch Innenfutter und das Washinglabel
geschickt, die aus Frankreich
kommen, sowie das Schnittmuster aus Schweden.
Das Zusammennähen findet in der Regel in sogenannten Sweatshops
statt, die in extra dafür ausgewiesenen "Exportproduzierenden
Zonen" liegen. Das sind Gebiete, in denen die nationalen
Gesetze, Mindestlöhne und Steuern außer Kraft gesetzt
werden, um ausländische Investoren anzulocken. |
| Die inzwischen fertig genähte Jeans wird
jetzt nach Griechenland transportiert.
Hier wird sie mit Bimsstein bearbeitet, um einen "Washed
Out"-Effekt zu erzielen. Und dann ist es endlich so weit:
Die Jeans kann in Deutschlands
Läden- wie z.B. H&M- gekauft werden. Und getragen,
etwa von dir. Natürlich nicht ewig, denn irgendwann geht
sie kaputt, läuft ein oder gefällt dir einfach nicht
mehr. Also kommt sie in einen der zahlreichen Altkleidercontainer,
die in den Niederlanden sortiert werden. Und je nach Zustand
macht deine Jeans dann noch einmal eine lange Reise, in ein
afrikanisches Land wie Tansania-
wo sie möglicherweise zum letzten Mal verkauft wird. |
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