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Kleidung (z.B. H&M)
Was denkt Ihr, wie viele Klamotten ihr pro Jahr kauft?
Also, schätzungsweise werden das so zwischen 40 und 70 Kleidungsstücke
sein- wenn ihr denn dem deutschen Durchschnitt entsprecht. Ein Großteil
dieser Kleidung besteht aus Baumwolle, die z.B. in Indien oder Pakistan
angebaut wurde. Nun sollte man meinen, dass sich die Leute dort
entsprechende Kleidung ohne Probleme leisten können, wo der
Rohstoff doch praktisch vor ihrer Haustür wächst. Trotzdem
kauft der "durchschnittliche" Inder im Jahr gerade einmal
2 Kleidungsstücke- für uns unvorstellbar. Selbst wenn
der Vergleich nicht hundertprozentig aufgeht, weil man in Deutschland
nun einmal Winterkleidung braucht und in den Baumwollanbaugebieten
nicht- die Differenz bleibt immer noch enorm.
H&M macht es uns möglich, relativ günstig
und dadurch auch ziemlich viele Klamotten zu kaufen. Was an sich
erst mal völlig O.K. scheint, schließlich "kurbelt
es doch die Wirtschaft an"! Allerdings sind im Preis noch einige
Extras inclusive, z.B. Vergiftungen bei den BaumwollerntearbeiterInnen,
Umweltschäden, Pestizidrückstände,...
Nur weil all diese Faktoren nicht in den Verkaufspreis
eingerechnet werden, ist es trotz riesiger Transportwege und entsprechender
Transportkosten immer noch günstiger, in Niedriglohnländern
zu produzieren als in Deutschland oder Europa. Wenn euch interessiert,
welche Strecke eine Jeans zurücklegt, bis sie hier im Landen
landet, dann schaut euch doch mal die Weltreise
einer Jeans an. |
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Weder H&M noch die meisten anderen großen
Bekleidungsfirmen und-geschäfte bieten uns allerdings eine
Alternative zu belasteter und unter miserablen Arbeitsbedingungen
produzierter Kleidung. H&M verpflichtet zwar die Zulieferbetriebe
mit einem Verhaltenskodex, dessen wichtigstes Ziel die Beendung
von Kinderarbeit ist. Doch dieser Kodex ist nicht rechtlich bindend,
und die Einhaltung wird vor allem durch eigene Mitarbeiter kontrolliert.
Es gibt jedoch Alternativen, auch wenn die im Moment
noch relativ unbekannt sind: Im Internet gibt es bereits fair gehandelte
T-Shirts von Lamu-Lamu und der Schweizer Firma "Switcher".
Mehr zu Grundlagen des Fairen
Handels erfahrt ihr bei der letzten Station der Stadtführung,
dem Weltladen. Daneben gibt es z.B. Hess Natur. Dieser größte
deutsche Naturtextil-Anbieter hat vor wenigen Tagen den Verhaltenskodex
der Kampagne für Saubere Kleidung übernommen.
Aber faire Preise sind nun mal auch höhere Preise-
was können wir also machen, wenn wir einfach nicht ausreichend
Geld haben, um uns von Kopf bis Fuss fair einzukleiden? Da gibts
jede Menge Möglichkeiten: Mit Freunden tauschen, alte Klamotten
neu färben oder auf andere Weise verändern, Second-Hand
kaufen.... das kostet alles nichts und bringt sowieso mal etwas
Abwechslung.
Fair tragen reicht aber nicht: Wenn es um menschenunwürdige
Herstellungsbedingungen geht, kann man auch aktiv werden. Die einfachste
Form ist, beim Shopping eine Kunden-Karte der Kampagne
für Saubere Kleidung zu hinterlassen. Sie fordert die Geschäftsleitung
auf sich mehr um dieses Thema zu kümmern und zeigt die öffentliche
Thematisierung der Problematik. Und auch das kostet kein Geld- nur
am Anfang ein wenig Überwindung. |